Projekttag "Christentum / Judentum - dem Alltagsleben auf der Spur"

Besuch im Bibeldorf in Rietberg

Schüler und Schülerinnen des Kerschensteiner Berufskolleg und Auszubildende des Berufsbildungswerk Bethel machten sich gemeinsam mit Mitarbeitenden aus beiden Institutionen auf den Weg ins Bibeldorf nach Rietberg.

Dieser Besuch ist ein Teil einer Bildungsreihe zu den Weltreligionen, die die gemeinsame AG „Diakonisches Profil“ der beiden Einrichtungen anbietet. Mit dem Thema „Islam und was ich schon immer darüber wissen wollte“ beschäftigten wir uns an zwei vorherigen Projekttagen. Jetzt wollten wir wissen, was das Judentum und das Christentum miteinander zu tun haben. Wie die Menschen früher lebten und welche Auswirkungen das auf unser Leben heute hat.

Neben Vorträgen, die das vorhandene Wissen mit einbezogen aber auch viel Neues brachten, konnten wir viel handwerklich ausprobieren.

Wir erlebten, wie mühsam es ist, mit einem Mahlstein und eigener Muskelkraft Mehl zu mahlen. Wie sehr man aufpassen muss, dass nichts verloren geht, weil jedes Körnchen wichtig und wertvoll ist, wenn man nur wenig davon hat. Wir erfuhren, dass auch heute noch in vielen Ländern dieser Erde so gemahlen und Brot hergestellt wird.

In der Schreinerei und der Seilerei stellten die Auszubildenden mit viel Energie einige Holzdübel, Hammer und Seile her.  In der Medizinstube konnten wir mit frischen Kräutern, von denen die Auszubildenden aus dem Gartenbereich die lateinischen Namen wussten (!), ein Kräutersalz herstellen.

Ein kleiner Mittagsimbiss mit Wasser, Brot und arabischem Dip sowie ein Besuch in der Knesset (dem jüdischen Versammlungshaus, das auch für Gottesdienste genutzt wird) rundeten den Tag ab.

Was wir sonst noch erfahren haben?

Die Sehnsucht der Menschen nach einem guten Leben ist überall auf der Welt vorhanden. Das war früher so und ist auch heute noch so. Keiner von uns hat Einfluss darauf, wo er oder sie geboren wird, welche Bildung in dem jeweiligen Land möglich ist und wie viel Reichtum vorhanden ist. Ob ein gutes Leben möglich ist, hängt aber auch von diesen Faktoren ab. Wenn wir Verständnis füreinander haben, kann es friedlicher werden auf dieser Welt. Davon erzählen die Religionen. Auch dazu brauchen wir Bildung. Sie weitet unseren Blick, lässt uns über den eigenen Tellerrand schauen, hilft uns, andere Menschen zu verstehen und ermutigt uns, respektvoll aufeinander zu zugehen.

Schülermeinungen dazu…

"Besonders interessant fand ich zu sehen, wie hart die Menschen früher gearbeitet haben und wie leicht gewisse Arbeiten heute im Vergleich zu früher sind. Die Menschen früher mussten schon für ihr Frühstück arbeiten. Die Menschen mussten arbeiten, wenn sie nicht mit leerem Magen schlafen gehen wollten. Damals waren die Menschen viel bescheidender und haben sich auch mit "wenig" wie z. B. einem Stück Brot zufriedengegeben. Wir Menschen heute sind viel zu verwöhnt und wählerisch. Nach diesem Ausflug ist mir bewusst geworden, dass wir eigentlich im Luxus leben und dankbar dafür sein sollten. Die meisten bzw. viele unserer heutigen Probleme sind Luxusprobleme."

"Wir lernten die Handwerkskunst kennen und durften selbst Mehl mahlen. Gegen Ende der Führung lernten wir die Kultur der Juden kennen. Am Schluss wurden noch einmal Vergleiche gezogen zu heute und auf was man heute achten sollte, damit man gut mit einander und nicht gegen einander lebt. Der Ausflug war sehr interessant und ich kann ihn weiterempfehlen, um noch eine andere Sicht auf das Leben zu bekommen."

AG Diakonisches Profil